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Einsatz philippinischer Mitarbeiterinnen

Im Mai ist es soweit: Dann beginnt für zwei neue Mitarbeiter des AWO Psychiatriezentrum ein neues Leben in Königslutter. Soweit, so gewöhnlich. Doch für die beiden ist das alles andere als gewöhnlich. Denn: die beiden haben einen langen Weg hinter sich, um ihre Stelle als Krankenpflegerhelfer im APZ anzutreten. Über 10.000 Kilometer trennen sie dann von ihrer Heimat – den Philippinen.

Das Thema Fachkräftemangel beherrscht seit geraumer Zeit die Medien und die Wirtschaft. Anfang 2019 zeigte eine Studie der Bertelsmann-Stiftung auf, dass Deutschland bis zum Jahr 2060 Jahr für Jahr 260.000 Menschen aus dem Ausland benötige, um den demographisch bedingten Rückgang von Beschäftigten auf ein „verträgliches Maß“ zu begrenzen. Zu den Branchen, die vom Fachkräftemangel am stärksten betroffen sind, gehört auch die Gesundheitsbranche. Mitarbeiter im Ärztlichen sowie Pflegedienst werden händeringend gesucht. Mittlerweile bildet der Fachkräftemangel auch in der stationären Psychiatrie eine zentrale Herausforderung. Dieser muss sich auch das APZ stellen. Wobei die Hürde, Fachkräfte für das Haus zu gewinnen, für eine Klinik im ländlichen Bereich deutlich höher ist, als in einer Großstadt. Da ist bei der Gewinnung neuer Mitarbeiter Kreativität gefragt.

„Wir setzen uns schon länger gedanklich damit auseinander und überlegen, welche Möglichkeiten es gibt, Mitarbeiter aus dem Ausland für unsere Klinik zu rekrutieren“, sagt APZ-Pflegedirektorin Iris Lauterbach. „Wir haben uns für Mitarbeiter von den Philippinen entschieden, da die Qualität der Ausbildung ähnlich ist wie die in Deutschland, wobei dort die theoretische Ausbildung im Vordergrund steht.“ Zudem gibt es auf den Philippinen – anders als in Deutschland – einen Überschuss an gut ausbildeten Gesundheits- und Krankenpflegern, sodass viele nicht die Möglichkeit haben, ihren Beruf auszuüben.

Eine Delegation des APZ führte im April des vergangenen Jahres in Manila mit neun Bewerbern Bewerbungsgespräche. „Wir haben die Gespräche bewusst vor Ort geführt, um auch etwas von der dortigen Kultur mitzubekommen“, erklärt Lauterbach. „Wir haben einen guten Einblick erhalten, was wichtig ist, um nun die neuen Mitarbeiter bei uns gut integrieren zu können. Daher haben wir bereits frühzeitig ein Integrationskonzept erarbeitet.“ Dazu gehörte auch, dass die neuen Mitarbeiter nun ein Jahr Zeit hatten, die deutsche Sprache zu lernen und sich auf das Leben in Deutschland vorzubereiten.

In Deutschland angekommen, werden die zunächst zwei von sechs neuen philippinischen Mitarbeiter von ihren Mentoren in Empfang genommen und in den ersten Wochen begleitet. Auch sie haben sich im vergangenen Jahr intensiv auf ihre bevorstehende Aufgabe vorbereitet. „Bei der intensiven Betreuung wird unser Haus von dem Philippinischen Kulturverein aus Wolfsburg unterstützt“, betont APZ-Geschäftsführer Thomas Zauritz. „Wir möchten es allen Beteiligten, so einfach wie möglich machen.“

Eingesetzt werden die neuen Mitarbeiter zunächst auf den Stationen der Gerontopsychiatrie. Sie haben dann ein Jahr Zeit, eine Anerkennungsprüfung abzulegen, um im Anschluss als anerkannte Gesundheits- und Krankenpfleger in Deutschland arbeiten zu können.

„Die Rekrutierung von Mitarbeitern im Ausland ist nur ein Baustein von vielen, um gut ausgebildete Fachkräfte für unser Haus zu gewinnen und zu halten“, betont Zauritz. „Wir werden sehen, wie es gelingt. Doch wir haben uns vorab mit verschiedenen Fragestellungen beschäftigt, da wir nicht unüberlegt in dieses Projekt gehen wollten. Wir sind gut vorbereitet.“

Kontakt

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Frau Monika Hilbert-Jansen
Tel.: 05353 90-1451
E-Mail: Monika.Hilbert-Jansen(at)awo-apz.de

Frau Dörte Herfarth
Tel.: 05353 90-1114
E-Mail: Doerte.Herfarth(at)awo-apz.de