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Suche nach philippinischen Pflegekräften für das AWO Psychiatriezentrum

Für die bestmögliche Versorgung unserer Patienten benötigen wir entsprechendes Fachpersonal. Daher sind unsere Pflegekräfte als größte Berufsgruppe ein sehr wichtiger Bestandteil unseres Fachkrankenhauses. Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit besteht in allen Bundesländern ein Mangel an examinierten Gesundheits- und Krankenpflegern. Die Besetzungszeiten offener Stellen verlängern sich stetig, auch wir im APZ merken bereits, dass die Anzahl geeigneter Bewerber deutlich zurückgeht und es teilweise Wochen oder auch schon Monate gedauert hat, bis offene Stellen besetzt werden konnten.

Daher stellen wir uns die Frage, wie wir dieser Herausforderung zukünftig für unser Haus begegnen können. Wir legen großen Wert auf eine gute Ausbildung in unserer Krankenpflegeschule, um eigene Nachwuchskräfte zu entwickeln. Durch die Umsetzung unserer Personalstrategie mit den Handlungsfeldern Gesundheit, Vereinbarkeit, Entwicklung und Führung versuchen wir, unsere derzeitigen Gesundheits- und Krankenpfleger langfristig an unser Haus zu binden und uns so attraktiv zu machen, dass diese im Rahmen unseres eingeführten Mitarbeiter-werben-Mitarbeiter-Programms Familie, Freunde und Bekannte auf uns als Arbeitgeber aufmerksam machen. Um auch nach außen hin als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, haben wir zudem eine Arbeitgebermarke entwickelt, auf dessen Grundlage wir in den vergangenen Monaten das Arbeitgebermarketing kontinuierlich ausgebaut haben. Wir sind nun im Bereich Social Media auf XING und Kununu aktiv, haben eine Pflegekampagne mit unseren eigenen Mitarbeitern entwickelt und eine eigene Karriereseite aufgebaut.

Doch wenn der Arbeitsmarkt sich weiterhin so entwickelt wie derzeit angenommen, werden all diese Maßnahmen in Zukunft nicht ausreichen, um offene Stellen zu besetzen.

Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, als weiteres Modellprojekt Pflegefachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Dies bedeutet konkret, dass wir planen, zunächst fünf gut ausgebildete Pflegekräfte von den Philippinen für unser Haus zu gewinnen. Wir haben uns bewusst für die Philippinen entschieden, weil es dort zum einen Überschuss an Fachkräften gibt und zum anderen, weil die Ausbildung bzw. das Pflegestudium auf den Philippinen international eine sehr gute Anerkennung genießt.

Um dieses Projekt zu realisieren, wurde eine kleine Arbeitsgruppe mit der Pflegedirektion und dem Personalmanagement gegründet. Die Projektgruppe wird von der Bundesagentur für Arbeit und der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) beratend begleitet und hat in einem ersten Schritt die grundsätzlichen Rahmenbedingungen abgestimmt und umgesetzt.

Nachdem die Rahmenbedingungen abschließend geklärt sind, wird die Arbeitsgruppe u.a. um einige Mitarbeiter der späteren Einsatzstationen erweitert, mit dem Ziel, die Vorbereitungen und vor allem die spätere Integration der neuen philippinischen Kollegen zu organisieren und nachhaltig umzusetzen.

Denn nur in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, besonders mit den Kollegen und Kolleginnen der Einsatzstationen, kann eine erfolgreiche und nachhaltige Integration erfolgen. Interessieren Sie sich für dieses spannende Projekt?

Dann nehmen Sie Kontakt mit Frau Lauterbach, Frau Strobel oder Herrn Berger auf. Wir informieren Sie gerne über den aktuellen Stand des Projektes und freuen uns, wenn Sie sich an diesem, in welcher Form auch immer, beteiligen wollen.

Daten und Fakten über die Philippinen

Die Philippinen bestehen aus 7.000 Inseln. Malina ist die Hauptstadt. Die Bewerber des AWO Psychiatriezentrum kommen aus unterschiedlichen Regionen des Landes. Es gibt ca. 100 Mio. Einwohner im Land, wovon offiziell geschätzt 11,2 Mio. Menschen in Manila leben. In den Gesprächen vor Ort wurde mitgeteilt, dass ca. 30 Mio. Menschen in der Stadt leben. 40% derer leben in Städten, 60% auf dem Land.

Die durchschnittliche Familie hat ca. vier bis sechs Kinder. Viele Kinder zu haben, ist in diesem Land sehr wichtig, um auch die Versorgung im Alter sicher stellen zu können. Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 23 Jahren. Nur 4 % der Bevölkerung sind älter als 65 Jahre. Die Philippinen sind eine Republik mit einer präsidentiellen Demokratie. 80,9 % der Einwohner sind katholisch.

Der Mindestlohn beträgt ca. 6,53€ pro Tag. In der Provinz teilweise 1-2€.

Reis ist das wichtigste landwirtschafte Produkt. Ansonsten werden auch Bananen, Kokosnüsse, Zuckerrohr und Mais angebaut. Das wichtigste wirtschaftliche Wachstum wird durch den Inlandskonsum getragen. Dieser wird angekurbelt durch die Gelder der Auslandsfilipinos, die Geld nach Hause überweisen. Wichtigster Export der Philippinen sind Arbeitskräfte, sogenannte OWFs (Overseas Filipino Workers). Nach Mexico sind die Philippinen weltweit das Land mit den meisten Arbeitsmigranten. Rund 8 bis 9 % der Filipinos, das sind mehr als acht Mio. Menschen, leben und arbeiten im Ausland.

National- und Amtssprache ist Filipino, das vom Tagalog abstammt (d.h. Filipino und Tagalog sind identisch). Englisch ist die Amtssprache.

Während der europäischen Sommerzeit beträgt die Zeitverschiebung 6 Stunden (d.h. wenn es 19 Uhr abends auf den Philippinen ist, ist es bei uns 13 Uhr nachmittags). Da es auf den Philippinen keine Sommer/Winterzeit-Umstellung gibt, ist die Zeitverschiebung während unseres Winters 7 Stunden.

Die Philippinen besitzen ein tropisches Klima. Wegen der Nähe zum Äquator und zum Meer sind die jahreszeitlichen und täglichen Temperaturschwankungen gering. Die Temperaturen bleiben fast überall auf den Philippinen ganzjährig konstant hoch. Die monatlichen Mittelwerte schwanken nur zwischen 25 und 29 °C. Das Thermometer fällt selbst nachts fast nie unter 20 °C. Spitzenwerte mit bis zu 40 °C tagsüber werden im April gemessen. Obwohl extreme Hitzegrade nur selten auftreten, ist das Klima doch oft sehr beschwerlich, da die Luftfeuchtigkeit ganzjährig hoch ist. Schnee haben die meisten Einwohner nie erlebt.

 

Samstag, 21. April 2018

Es geht los!

Am Samstag, 21. April, fliegen Frau Lauterbach, Frau Strobel und Herr Berger nach Manila mit dem Ziel, im Rahmen von Vorstellungsgesprächen fünf geeignete Pflegekräfte für unser Haus zu gewinnen. Natürlich haben wir auch ein Interesse daran, „Land und Leute“ kennenzulernen und in die philippinische Kultur einzutauchen.

Daran möchten wir Sie gerne teilhaben lassen und werden Ihnen in regelmäßigen Abständen Erfahrungsberichte und Bilder auf dieser Seite hochladen.

Seien Sie gespannt,
Ihre Projektgruppe

Sonntag, 22. April 2018

Frau Lauterbach, Frau Strobel und Herr Berger sind am 22. April nach einem langen Flug sicher in Manila gelandet. 

 

Montag, 22. April 2018
An unserem ersten Tag in Manila haben wir eine siebenstündige Stadtführung unternommen. Von Makati ging es zuerst durch den trägen Berufsverkehr nach Intramuros, auch die alte spanische Stadt genannt.

Von dort aus besichtigten wir die San Augustin Church, die älteste Kirche der Philippinen und machten uns im Anschluss zu Fuß auf den Weg nach China Town.

Dabei haben wir einen für Manila typischen Slum passiert. Dort wohnt die ärmste Bevölkerungsschicht der Philippen, meistens in eigen konstruierten Häusern und Hütten. In Binodo, auch China Town genannt, pulsiert das wahre Leben Manilas. Hier werden täglich mehr als 1.000 Straßenstände aufgebaut und Dienstleistungen aller Art angeboten. Dort liegt auch die Quipo Church, in der täglich mehrere hunderte Menschen beten. Von dort aus ging es mit einem Jeepney zurück zur San Augustin Church, vorbei an der Manila Kathedrale.

Entlang der Manila Bay ging es mit dem Auto weiter zu den neusten Baugebieten. Dort werden derzeit mehrere große Casinos gebaut, die ausländische Spieler aus der ganzen Welt, insbesondere aus Japan und China anlocken sollen. Die Stadtführung endete in Sorenda, einer Luxuswohnanlage mitten im Zentrum für (vorrangig) ausländische Investoren. Ein kompletter Gegensatz zu den Eindrücken am Vormittag, von den Slums und China Town, wo die absolute Armut herrscht, könnte der Kontrast zum Reichtum einiger weniger, nicht größer sein!

 

Dienstag, 24. April 2018
Heute fanden die Bewerbungsgespräche im Gebäude der GIZ in Manila statt. Frau Lauterbach, Herr Berger und Frau Strobel führten insgesamt neun Interviews. Diese waren in drei Teilbereiche gegliedert: Gegenseitige Vorstellung und Selbstvorstellung des Bewerbers, Vorstellung des AWO Psychiatriezentrum mit Imagefilm und einer ausführlichen Tätigkeitsbeschreibung und Fragen zur Motivation und Interessenslage. Insgesamt konnten sechs geeignete Bewerber ausgewählt werden. Die Entscheidung wird in Deutschland der GIZ mitgeteilt und alle weiteren Schritte eingeleitet. Insgesamt können wir sagen, dass alle Bewerber einen sehr motivierten und engagierten Eindruck bei uns hinterlassen haben und wirkliches Interesse an einer beruflichen Tätigkeit als Gesundheits- und Krankenpfleger/in in Deutschland haben.